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Parabolic Drippings Der ständige Wandel und die Komplexität unserer Zeit verunsichern mich immer wieder. In meiner Arbeit beschäftige ich mich damit, wie wir mit Brüchen und Gefühlen umgehen und wie sich das Unbeständige, das permanent Fließende in uns und um uns herum auch als Stütze begreifen lässt. Meine Arbeit im KloHäuschen ist von der ursprünglichen Nutzung der Räumlichkeiten inspiriert. Aber ich möchte den Ort auch von seiner rein funktionalen Bestimmung herauslösen. Mich fasziniert die Vorstellung, dass Wasserleitungen aus den Wänden wachsen und sich in das ehemalige Urinal hineinwinden. Kupfer ist ein Material, das sich durch Bearbeitung weich und biegsam verhält. Zudem schätze ich seine Farbigkeit, die je nach Behandlung und Zustand zwischen hautfarbenen, dunkelrosa und bräunlichen Tönen variiert. Nach dreißig Jahren handwerklicher Arbeit hat sich mein Körper verändert. Ich forme die Rohre mit Zangen und drücke sie teilweise auch gegen meinen Bauch oder meine Beine, bis sie reagieren, sich verdrehen oder Dellen entstehen. Diese Spuren erzählen von Aufmerksamkeit im Umgang mit dem Material: Abdruck der Schwächen, Ausdruck von Fürsorge. Die praktische Arbeit mit Materialien aus dem häuslichen und sanitären Bereich inspiriert mich und mich treibt mich an, neue Zusammenhänge herauszufinden. Während meiner Arbeitsresidenz im KloHäuschen entsteht im ehemaligen Toilettenraum eine organische Konstruktion, die anschließend montiert wird. An den Verbindungsstellen quellen geschmolzene Metalle - mal mehr, mal weniger - hervor und lagern sich ab. Öffnungen werden zu umgekehrten Überläufen. Die neu installierten Anschlüsse und Objekte können als Körperfragmente, fast wie nach außen gestülpte Eingeweide verstanden werden. In Verbindung mit der Idee des "Resonanzkörpers" wird eine Soundarbeit von Kerstin Thalau integriert. Spülungen und Heizsysteme werden so zu erweiterten Abwasser- und externen Kreisläufen. Flüssigkeit wird für mich zu einem gemeinsamen, übertragenen Element, das innere Zustände und äußere Umgebung fortwährend miteinander verbindet und durchströmt. Birgit Thalau Während der letzten Woche wird die Installation im Rahmen der “MunichJewellery Week 2026” (04- 08.03.26) sichtbar sein. Gleichzeitig werdenSchmuckstücke, die im Dialog mit der Rauminstallation stehen bei GalerieBeyond, Galeriestraße 6A, Hofgarten gezeigt. Der Aufenthalt und die Arbeiten an der Installation im KloHäuschen von Birgit Thalau in München wird unterstützt durch Kultur | lx - Arts Council Luxembourg und von La Fondation Indépendance by BIL, Luxemburg (Material und Technik). ![]() |
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Parabolic Drippings |
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| Maßnahmen zur Beseelung des Klohäuschens an der Großmarkthalle Ein Projekt des realitaetsbüros, gefördert vom Kulturreferat der LH München. |
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