Birgit & Kerstin Thalau
Parabolic Drippings

 
KloHäuschen
 
RESIDENCY - ARBEIT VOR ORT
16. - 20 Februar 2026
 
INSTALLATION
21. Februar - 08. März 2026 . jederzeit von Außen sichtbar
 
GEÖFFNET zur MUNICH JEWELLERY WEEK
Do. 05. - Sa. 07. März 2026 . je 18-19 Uhr
So. 08. März . 13-14 Uhr
 
FINALE
Sa. 07. März 2026 . ab 18 Uhr
 
 
 
  Parabolic Drippings
 
Der ständige Wandel und die Komplexität unserer Zeit verunsichern mich immer wieder. In meiner Arbeit beschäftige ich mich damit, wie wir mit Brüchen und Gefühlen umgehen und wie sich das Unbeständige, das permanent Fließende in uns und um uns herum auch als Stütze begreifen lässt.
 
Meine Arbeit im KloHäuschen ist von der ursprünglichen Nutzung der Räumlichkeiten inspiriert. Aber ich möchte den Ort auch von seiner rein funktionalen Bestimmung herauslösen. Mich fasziniert die Vorstellung, dass Wasserleitungen aus den Wänden wachsen und sich in das ehemalige Urinal hineinwinden.
 
Kupfer ist ein Material, das sich durch Bearbeitung weich und biegsam verhält. Zudem schätze ich seine Farbigkeit, die je nach Behandlung und Zustand zwischen hautfarbenen, dunkelrosa und bräunlichen Tönen variiert.
 
Nach dreißig Jahren handwerklicher Arbeit hat sich mein Körper verändert. Ich forme die Rohre mit Zangen und drücke sie teilweise auch gegen meinen Bauch oder meine Beine, bis sie reagieren, sich verdrehen oder Dellen entstehen. Diese Spuren erzählen von Aufmerksamkeit im Umgang mit dem Material: Abdruck der Schwächen, Ausdruck von Fürsorge.
 
Die praktische Arbeit mit Materialien aus dem häuslichen und sanitären Bereich inspiriert mich und mich treibt mich an, neue Zusammenhänge herauszufinden.
 
Während meiner Arbeitsresidenz im KloHäuschen entsteht im ehemaligen Toilettenraum eine organische Konstruktion, die anschließend montiert wird. An den Verbindungsstellen quellen geschmolzene Metalle - mal mehr, mal weniger - hervor und lagern sich ab. Öffnungen werden zu umgekehrten Überläufen.
 
Die neu installierten Anschlüsse und Objekte können als Körperfragmente, fast wie nach außen gestülpte Eingeweide verstanden werden. In Verbindung mit der Idee des "Resonanzkörpers" wird eine Soundarbeit von Kerstin Thalau integriert. Spülungen und Heizsysteme werden so zu erweiterten Abwasser- und externen Kreisläufen.
 
Flüssigkeit wird für mich zu einem gemeinsamen, übertragenen Element, das innere Zustände und äußere Umgebung fortwährend miteinander verbindet und durchströmt.
 
Birgit Thalau
 
Während der letzten Woche wird die Installation im Rahmen der “MunichJewellery Week 2026” (04- 08.03.26) sichtbar sein. Gleichzeitig werdenSchmuckstücke, die im Dialog mit der Rauminstallation stehen bei GalerieBeyond, Galeriestraße 6A, Hofgarten gezeigt.
 
Der Aufenthalt und die Arbeiten an der Installation im KloHäuschen von Birgit Thalau in München wird unterstützt durch Kultur | lx - Arts Council Luxembourg und von La Fondation Indépendance by BIL, Luxemburg (Material und Technik).
 
KloHäuschen
 
 
 
 

Parabolic Drippings
 
Preparation>
The constant change and complexity of our time keep making me feel insecure and unsettled. I explore how we deal with disruptions and related emotions, how impermanence and continuous flow -within us and around us- can also be used as sources of support.
 
My work with the KloHäuschen is inspired by its original use. From there, I want to see the space shift away from a purely functional setting. I imagine the sanitary waterpipes growing out of the concrete and winding their way into the former urinal.
 
Copper can be softened and bent. I am particularly drawn to its range of colours, which vary between skin-like tones and darker rosy to brownish hues, depending on treatment and condition.
 
After thirty years of craft-based work, my body has changed. I shape the tubes using pliers and sometimes my own body, pressing them against my belly or legs until they respond. These twists and traces carry marks of vulnerability as well as gestures of care and attentiveness.
 
Through this practical experience with materials from domestic and sanitary contexts, I would like to deepen existing connections and allow new ones to emerge.
 
During my working residency in the KloHäuschen, an organic structure will be created within the former toilet room and then assembled. In the process, molten metals drip and seep out of the joints and openings. These overflows and leaks will finally solidify and stay.
 
I understand the newly installed construction and objects as figurative fragments, almost like inner organs turned outward. Together with sound by Kerstin Thalau, they expand household flushing or heating systems into wider circuits for collecting wastewater: resonating bodies.
 
Fluid, for me, becomes a shared symbolic element through which our inner states and exterior surroundings continuously pass.
 
Birgit Thalau
 
 
The residency in Munich and work with the KloHäuschen of Birgit Thalau is supported by Kultur | lx - Arts Council Luxembourg and La Fondation Indépendance by BIL, Luxembourg (materials and technical equipment).
 
KloHäuschen
 
 

 
 
 
  Maßnahmen zur Beseelung des Klohäuschens an der Großmarkthalle
Ein Projekt des realitaetsbüros, gefördert vom Kulturreferat der LH München.
 
 
   
 
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