„Wer ist Albert?“
 
„What's in a name? That which we call a rose / By any other name would smell as sweet“. So spielt Julia gegenüber Romeo die Bedeutung von Namen herunter, zeigt damit aber, dass diese doch nicht so unwichtig sind, sondern mit Zuschreibungen, Erwartungen und Geschichten aufgeladen, z.B. mit der Zugehörigkeit zu verfeindeten Familien.
 
Namen können anrüchig sein. Damit lässt sich eine Verbindung zum „KloHäuschen“ herstellen: Der Name könnte poetischer oder cooler sein, weniger hart auf die Realität verweisen. Doch scheint es genau der richtige Ort, um Namen zu reflektieren.
 
Albert Coers macht sich auf die Suche nach seinem Vornamen in Texten von Goethe, Borges, Uwe Timm, Eichendorff, Markus Ostermair u.a, und stellt die Frage: „Wer ist Albert?“ (Werther). Was für ein Bild einer Person mit diesem Namen taucht auf? Textausschnitte sind installativ-assoziativ mit dem Raum des Klohäuschens und untereinander in Verbindung gebracht.
 
Kacheln, Innenraum, Toilette, der endlos verdoppelnde Blick in den Spiegel, der Spiegelschrank „Allibert“, fast mit Coers' Vorname übereinstimmend. Unglaublicher Zufall: er war in der „Lauinger Straße“ abzuholen - wo A.C. doch in der gleichnamigen Stadt geboren ist. Auch die Rose taucht wieder auf…. Dazu gibt es Sound, frei nach Albert Mangelsdorff.
 
In der Installation kommt Coers' Interesse für Sprache und Namen, für ortsbezogenes Arbeiten zum Tragen. Sie kann als Fortführung des Projekts ENCYCLOPEDIALEXANDRINA (Goethe-Institut Alexandria, 2008) gelesen werden, von FINESTRA (Finnland Institut Berlin, 2014), A-FIN (Weltraum, München, 2015), Posen (NAPRZECIW Galerie Poznan, 2014).
 
Albert Coers (*1975) lebt und arbeitet in Berlin und München.