Das KloHäuschen #12 - Vincent Mitzev & Valio Tchenkov : Zwischenstation
 
An der diesjährigen 53. Biennale in Venedig ist Bulgarien mit zwei Künstlern vertreten, die in München ansässig sind. Vincent Mitzev und Valio Tchenkov sollten den bulgarischen Pavillon (der keine feste Adresse hat) mit ihren Werken rechtzeitig zur Vernissage füllen.
 
Bulgarian Pavillon at the 53rd Venice Biennial
 
Wegen der Finanzkrise ist der Traum, die Ausstellung entsprechend professionell zu gestalten, geplatzt. So sind beide Künstler in München geblieben und konnten keines ihrer Werke rechtzeitig in Venedig präsentieren.
Wie jedem bekannt ist stirbt die Hoffnung zuletzt. Und so bewegen sich Vincent Mitzev und Valio Tchenkov Richtung Biennale mit der für Künstler ohne Geld entsprechenden Geschwindigkeit. Momentan kreist die Route um München. In dem Klohäuschen, in der Nähe der Großmarkthallen, haben beide ein warmes Plätzchen gefunden, um sich eine Verschnaufpause zu gönnen und dem Münchener Publikum so einen Blick in ihre Vorhaben zu gewähren. "Zwischenstation" nennen sie das.
Nach einer langen Gedankenreise, Ideenreise und einer "Suche-nach-Geld-Reise" konnten sich beide Künstler nicht von Fleck bewegen. Jetzt haben sie die Möglichkeit zu pausieren bevor sie richtig starten können. Ein Klohäuschen als Startloch? Geht auch!
 
Eine Woche später ziehen die Künstler über die Berge weiter. Dann hoffen sie, rechtzeitig zur Finissage in Venedig eine Raumnische für ihre Aktivitäten gefunden zu haben. Es soll nichts kosten und repräsentativ sein.
 
Kommissarin und Kuratorin: Yana Varbanova
 
Bulgarian Pavillon at the 53rd Venice Biennial
 
Eröffnungsrede von Yana Varbanova
 
Meine Damen und Herren,
 
ich freue mich, als Kommissarin und Kuratorin des Bulgarischen Pavillons der 53. Biennale in Venedig, Sie hier in München auf seiner Zwischenstation begrüßen zu dürfen.
Nachdem es klar wurde, dass die Finanzierung des Pavillons nicht zustande kommen konnte, hatten wir die Ambition an der Biennale in Venedig teilzunehmen aufgegeben.
Dann hatten Vincent und Valio die rettende Idee ihr Heimatland Bulgarien ohne Budget, vor Ort und sogar mit großer Verspätung zu vertreten.
Ich kannte die Künstler nicht allzu lange, aber die Fähigkeiten von Vincent und Valio Nischen zu finden, um sich dann künstlerisch zu positionieren, faszinierte mich besonders. Beide haben mich mit ihrer Vorstellung davon, wie man an einer Veranstaltung ohne Mittel teilnehmen kann voll und ganz überzeugt.
Unser Land hatte nie eine feste Adresse für einen Pavillon in Venedig, aber jetzt bin ich der Meinung, dass auch ohne solche, eine Teilnahme an unterschiedlichen Biennalen überall auf der Welt möglich ist.
Momentan sind Vincent und Valio in München ansässig und so ist es dazu gekommen, dass Sie hier in dem Klohäuschen der Großmarkthallen eine Zwischenstation für ihre Vorhaben gefunden haben.
Und darüber freue ich mich besonders. Denn das zeigt, dass die Künstler jede Adresse und jeden Zwischenraum für ihr Vorhaben nutzbar machen können. Der Bulgarische Pavillon ist ab jetzt überall zu hause. Und so kann sich auch München in diesen Fall auf ein Stückchen Venedig ein bisschen freuen.
 
Yana Varbanova
 
 
 
 
 
  Bulgarian Pavillon at the 53rd Venice Biennial