Kleiner Tempel
 
Ein Ort der Reflexion, des Rückzugs, der intimen Freude oder des intimes Leidens, das war schon immer eine Toilette - nicht nur im körperlichen, sondern auch im seelischen Sinne.
 
So verwandelt sich das KloHäuschen, in seinem Ursprung eine ehemalige Herrentoilette, in einen kleinen weiblichen Tempel. Und lädt zu einer Reise ein, egal welche Affinität man zu Religion oder Atheismus hat - wohin, entscheidet jeder für sich ganz privat.
 
Eine Installation wächst aus und in den denkmalgeschützten Raum hinein und kleidet ihn, mittels einfacher architektonischer Elemente wie Bögen und Säulen neu ein. Die geschwungenen Pissoirs-Nischen im Stil des Anfangs des 20. Jahrhunderts verwandeln sich in Altäre, die verschiedenen „Gottheiten“, wie einer uralten Venus und „die Ernte“ Herberge sind. Weitere Venus Darstellungen wie „El renacer de la Venus Guaraní*“ sind ebenso zu sehen, wie eine Lithografie, die in den letzten Monaten mehrmals über den Atlantik geflogen ist, und nun extra für den kleinen Tempel pünktlich wieder da ist.
 
Gesammelte und kultivierte Kleearten, begrünen den Raum in großer Erwartung ...
Die Analyse über Glück und Unglück, Glaube, Hoffnung, Illusion, Utopie, Täuschung und Enttäuschung, die die Patricia Wich bereits 2008 schon beschäftigte wird neu erkundet.
 
Und kleine Wunder passieren auch...
 
Was passiert mit der Umkehrung von einem gängigen Prozess... der eigentlich nicht umgekehrt werden kann?
 
Wie kann Unmögliches, möglich werden?
 
Vielleicht können Sie Ihren Blick erweitern
 
und etwas sehen, was vorher nicht möglich war?
 
Scheuklappen ausziehen?
 
(Vielleicht) finden sie Ihr Glück!
 
* Guaraníes: Ureinwohnerstamm aus dem Amazonas-Bolivien-Paraguay-Uruguay Gebiet.
(„Die Wiedergeburt der Guaraní Venus“)

 
Patricia Wich Patricia Wich in Asunción-Paraguay geboren und aufgewachsen, lebt und arbeitet in München, ist jedoch auch bei Internationalen Projekten beteiligt, wie kürzlich in Hokkaido, Sapporo. Sie studierte an der Münchner AdBK und schloss ihr Studium als Meisterschülerin bei Prof. N. Prangenberg ab. Ihr Arbeitsspektrum bewegt sich zwischen Zeichnung, Installation, Video, Bildhauerei und Kunst am Bau.