Der fahrige Körperspielplatz
ein installativer Experimentierraum
 
Es gibt diesen Winkel ganz hinten in der Haut, nicht oben, nicht außen, nicht an den Fingerspitzen, nicht in der Kniekehle, nirgendwo auf der Oberfläche. Sondern hinten, innen, mittendrin. Dieser Winkel ist meine liebste Körperstelle, aber ich vergesse immer wieder den Weg nach dort.
Dann rollt mir ein Ball vor die Füße. Ich sitze in meinem Badezimmer. Auf den Kacheln tauchen Wörter auf: Das linke Ohrläppchen juckt.
Worauf wartet dein Körper? Will er mal wieder tanzen, zucken, atmen, sich ausbreiten, sich zusammenrollen? Wir schmeißen dir einen Ball vor die Füße. Wir lassen dich atmen.
Hebst du ihn auf?
 
Das KloHäuschen wird für eine Woche zum kleinen, experimentellen Körperspielplatz. Dabei wird der Raum maßgeblich von seinen BesucherInnen mitgestaltet. Am letzten Tag der Zusammenarbeit kann bei der Finissage der „fertig“ verkörperte Raum besucht werden.
 
Der fahrige Körperspielplatz ist eine Installation des Projektes Körperwortwechsel, das seit 2016 Körpererfahrungen, -bilder und -gedanken sammelt und zu Ausstellungen aus Texten und Fotografien zusammenstellt. Bei dem Projekt geht es hauptsächlich um offenen Austausch, Begegnungen und Perspektivwechsel zwischen KünstlerInnen, Beteiligten und BesucherInnen.
 
Die kreative Leitung des Projektes tragen Mim Schneider und Sophia Richter. Mim Schneider arbeitet neben ihrem Sprechwissenschaftsstudium als freie Fotografin und setzt ihren Fokus dabei besonders auf den Zusammenhang von Körperlichkeit und Präsenz sowie die besondere Zwischenmenschlichkeit, die entsteht, wenn mit der Kamera eine Bildsprache dafür gefunden werden soll. Sophia Richter beschäftigt sich als Autorin und Literaturwissenschaftlerin zum einen mit Wort und Text und zum anderen - aus dem Tanz(theater) kommend - mit Bewegung und körperlichem Ausdruck und deren Verbindung. Beide leben und arbeiten in Leipzig.