Riesgo de caída
 
Seife ist ein faszinierendes Material weil es durch Handarbeit hergestellt werden kann; Seife machen enthält eine fast magische chemische Reaktion; das Produkt in sich scheint mir durch seine Textur, das Schmelzen und Verschwinden auch sehr bedeutungsvoll. Mit Seife habe ich schon in anderen Kunstprojekten gearbeitet: in "The soap project", 2005 war die Seife ein Medium, um mit dem Publikum eine persönliche Beziehung einzugehen; "Culo blanco", 2016 war eine Performance mit Wäsche und Seife in der es um Erinnerungen aus meiner Kindheit ging.
 
Das KloHäuschen Alba Navas Salmeron Magdalena Munich
 
Dieses Mal interessiert mich die Seife als Baustoff für meine Installation: ich mache damit einen Boden auf dem Boden des KloHäuschens. Einen rutschigen Boden. Dafür sammle ich altes Olivenöl, meistens von Landsleuten die in München leben, und ich werde vor Ort ein paar Tage mischen, wärmen und schütteln, fast wie ein Bauarbeiter. Und zum Ende meiner Zusammenarbeit mit dem KloHäuschen wird die Seife gebrochen und verteilt, benutzt und verschwinden.
 
Das KloHäuschen Alba Navas Salmeron Magdalena Munich
 
Riesgo de caída (oder "Vorsicht rutschig") weist auf die Idee hin, dass man als Mensch (und besonders als Frau) in der Gesellschaft immer dem Risiko unterliegt, auszurutschen oder hinzufallen. Wobei das wieder Aufstehen, den Faden wieder aufzunehmen, ein langer, rutschiger und mühsamer Weg sein kann. Tausend Mal gesagt aber vielleicht noch nicht richtig erkannt: eine männlich strukturierte Gesellschaft wird nie die Bedürfnisse von Frauen angemessen erfüllen können.
 
Das KloHäuschen Alba Navas Salmeron Magdalena Munich
 
Alba Navas Salmerón, 1975, geboren in Sevilla, Spanien, studierte Bildende Kunst und Malerei in ihrer Heimat-Stadt. Nach einen Erasmus an der HdK in Berlin, folgte ein Master Studium in Bereich Public Art an der Bauhaus-Uni in Weimar. Von 2004 bis 2008 hat sie sich hauptsächlich mit Kunstprojekten im öffentlichen Raum beschäftig. Danach kam sie zurück ins Atelier. Farbe, Komposition und der Mensch als Wesen und Zuschauer haben sie von Anfang an geprägt. Diese Themen werden nicht nur in der Malerei behandelt, sondern prägen ihre Projekte in der Öffentlichkeit. Humor in Zusammenhang mit Kritik steht auch oft dabei. Sie lebt in München seit 2010, leitet eine Siebdruckwerkstatt im Leonrod Haus für Kunst, wo sie außerdem malt, zeichnet und neue Projekte konzipiert.