1. KloHäuschen Biennale
 
BIENNALE FOR ONE
Kuratorin: Dr. Cornelia Oßwald-Hoffmann

 
Prolog
Das KloHäuschen im Flugzeug zur 12. Istanbul Biennale, 2011: "In recent years we have seen a lot of biennials. They look like and want to look like everything but an exhibition. We have decided to make a real exhibition." Und das KloHäuschen liebte die Kuratoren der 12. Istanbul Biennale sofort. Weil die Ausstellung um ihrer selbst willen da sein darf so wie das KloHäuschen um seiner selbst willen da ist. Und niemandem dient oder "nützlich" ist. Zufrieden mit dem was es ist. Und da will das KloHäuschen auch mal eine "Kunstausstellung" zu Gast haben. Ja, und zwar alle 2 Jahre. Die beste, die es kriegen kann.

 
Ausstellung mit
Gülin Aksoy, Birthe Blauth, Carlotta Brunetti, Judith Egger, Manuel Eitner, Klaus von Gaffron, Amit Goffer, Johnny Highway, Helen Varley Jamieson, H. Kun Kuo, Vera Lossau, Silke Markefka, Vincent Mitzev, Christoph Nicolaus, N.N., Shari Pierce, Susanne Pittroff, Peter Reill, Valio Tchenkov, Nikolai Vogel, Oliver Westerbarkey, Silke Witzsch
 

 
Die Kuratorin zum Konzept ihrer "Biennale for One"
"Klohäuschen beheimatet in diesem Jahr seine erste Biennale. Angemessen an seine räumlichen Möglichkeiten ist es eine Biennale For One. Anders als die auf Massenbetrieb ausgelegten Biennalen in Venedig, So Paulo, Paris, Sydney, Istanbul, Berlin, Prag, Moskau, Shanghai, etc., konzentriert sich die Biennale For One auf den individuellen Kontakt von einem Betrachter mit einzelnen Arbeiten nationaler und internationaler Künstler. In Zusammenarbeit mit dem repository of knowledge and art, das als Zwischenablage für künstlerische Arbeiten dient, zeigt sie keine fertigen Arbeiten, sondern greift wie mit einer großen Schöpfkelle mitten in den laufenden Werkprozess und bringt das zum Vorschein, was gerade Stand der Dinge ist. Sie zeigt sozusagen ephemere Projektzustände, Trailer für noch zu drehende Filme, die möglicherweise nie zustande kommen werden, die aber durch ihre bloße Existenz ein Eigenleben führen, das außer in der Schublade, im Atelier oder im Kopf des Künstlers keine Zugehörigkeit haben. Anders als ein Archiv oder ein Museum sammelt das repository die Ideen und Planungen zu Werken, nicht die Werke selber. Sonderformen sind filaretische Werke, die nicht für eine Realisierung gedacht sind, sondern eine eigenen Existenz als Pläne führen, Werke, die in ihrer Realisierung vorläufig gescheitert sind, da die Orte oder Gelegenheiten, für die sie erarbeitet wurden verschwunden sind, die sich aber weiterhin im Kreislauf der künstlerischen Arbeit befinden und als Steinbruch für neue Arbeiten dienen oder Varianten einer Arbeit, die durch ihre Realisierung verloren gegangen sind. Werden die Projekte realisiert, verlassen sie das repository für immer. In diesem Lager, das wie eine Zwischenablage funktioniert, sind die Werke in Warteposition gelagert. Zu sehen sind Stellvertreterobjekte, Projektmappen und Projekttrailer."