#28 - Heidi Mühlschlegel : Meerschweinchen
 
Im November ist Heidi Mühlschlegel mit ihrer Ausstellung "Meerschweinchen" im KloHäuschen zu Gast. In der Ausstellung gibt es Gemälde, die von Meerschweinchen handeln und eine Vorhang-Arbeit, die speziell für den Ort entworfen ist, zu bestaunen.
 
Sie eröffnet am 13. November um 19 Uhr mit der Kostümperformance Fuzibu (Idee: Lutz Weinmann, Realisation/Kostüm/Textilplastik: Heidi Mühlschlegel): Es geht um die Hose des Künstlers und einen Zwerg Namens Fuzibu. Der Künstler läßt die Hose runter und zieht sich dabei eine spezielle über. Was hat ein Zwerg darin zu suchen? Der Zwerg, dessen Verwandte in den Tiefen des Gebirges nach Erz graben und dabei manchmal Edelsteine finden, der zum Beispiel ein Goldschmied ist und die handwerklich perfekte Schmiedekunst versteht. In der Performance Fuzibu kriecht er in den Hintern seines Erfinders.
 
Zur Arbeit von Heidi Mühlschlegel:
"Wie Wasser, fließend sprudelbildend zeigt sich auch die Grundstruktur der Gemälde. Flecken an Flecken setzt Heidi auf das Bild. Es ergibt sich eine Textur von übereinanderliegenden kontrastierenden fedrigen Strichen, Flecken oder Punkten, die reliefartig einen Tiefenraum eröffnet. Sie ist wiederum an das Endlosmuster von Stoffen angelehnt. Bei dem Bild "Meerschweinchen" von 2009 z.B. kann man im unteren Bereich bis auf fast halber Höhe einen Giraffenplüsch und darüber feuerroten Plüsch mit Schwarzem Spinnenmuster als Untergrund erkennen. Die industriell gefertigten "Raubtierfelle" und Tiermuster wirken sehr amüsant kitschig und dienen in ihrer stupenden industriell gefertigten Art als Kontrastfolie zu der Gestik und Subtilität der Malerei. Das Pathos dieser Malerei wird hier regelrecht auf die Schippe genommen. Zu sehen auch sehr schön in kleineren Bildern der Künstlerin, wo nur Malgestus und Plüsch aufeinander treffen. Die leuchtenden Farben der Bildtafel "Meerschweinchen" entführt einen in eine Galaxis voller glühender Farbsterne und leuchtender Andromedanebel. Man kann auch andere Unendlichkeitsstrukturen assoziieren, wie üppige Blumenwiesen oder ein Dschungel von oben. Gleichzeitig mit dem Gefühl der Entgrenzung die einen vor diesem Bild beschleicht trifft man wieder auf eine anheimelnde, üppige Stofflichkeit als Gegenstück. Genau, wie in die Pastiken der Künstlerin möchte man das Bild am liebsten anfassen, die unterschiedlichen Oberflächenstrukturen abtasten."
Ingrid Thorwart