Gerockt im Regen
 
Das KloHäuschen
 
Die Weite der Baumkronen eines Buchenwaldes übertragen in die kompakte Architektur vom KloHäuschen. Ein Spiel mit Naturelementen und ihren zügellosen Kräften im Ambiente der profanen Kachelwandlandschaft. Das KloHäuschen ist ein winziger aber hallenartiger Raum, mit besonderem Klang und meditativer Formstrenge. Es ist ein Ort, mich selbst zu hören: wie klingt das Strömen von innerer und äußerer Flüssigkeit?
 
Deshalb beziehe ich mich auf eine autobiographische Situation, in der ich von einem Gewitter mitten im Wald überrascht wurde: "Das Wasser gießt vom Himmel. Nirgendwo zum Unterstellen. Nicht weit von hier starb ein Verwandter durch Blitzschlag auf einem Feld, aber hier inmitten der hohen Buchen ist es sicher. Ich bin durchnässt. Blitze schlagen direkt um mich ein. Sie sind rosa! Und sie sind kolossal."
 
Das ist das Ritual: einer Herausforderung ausgeliefert zu sein und nicht nur zu überleben, sondern sogar ehrfürchtig begeistert von einer Urkraft zu sein.
 
In der Installation verarbeitet Sabine Schlunk prägende Erfahrungen mit Naturschauspielen. Dabei übersetzt sie Phänomene der menschlichen Psyche in Materielles und nimmt Anleihen aus Archäologie, Geologie, Ethnographie und Biologie.
 
Das KloHäuschen
 
Das KloHäuschen
 
Das KloHäuschen
 
Sabine Schlunk kuratierte 4 Jahre im Kunstzentrum gallery F. in Nashville, Tennessee, USA, war Kunstdozentin an der Belmont University und der Tennessee State University. Ihre Tätigkeit in einer ethnologischen Sammlung inspiriert ihre eigene künstlerische Arbeit. 2003 erhielt sie einen Master Equivalent der Universität der Künste Berlin.
 
Das KloHäuschen
 
The Depth Above – Die Tiefe darüber
 
Sabine Schlunk, D, München: "Gerockt im Regen"
Iris Kleinschmidt, D, Braunschweig: "Beichten&Batzen"
Moses Williams, USA, Nashville: "Orographic Light"
 
The Depth Above ist eine dreiteilige Serie mit Installationen und Performances entwicklet mit dem und für das KloHäuschen. Sabine Schlunk, Moses Williams und Iris Kleinschmidt starteten bereits 2010 ihre künstlerische Kollaboration in Nashville, Tennessee, als sie sich in dem legendären Kunstzentrum gallery F. trafen. Aus Wunsch, den Charakter der Kunstkolonie weiterzuführen und als Flucht aus einer übergreifenden Trump-Schock-Starre, entstand 2016 in München, in der Villa Waldberta das Projekt „Unbekanntes Land“.
 
2018 entwickelte sich im gemeinsamen Dialog ein neues Konzept auf ihrem Künstlerlandsitz in Thüringen: „The Depth Above“. Sie bespielen das KloHäuschen mit rituellen Situationen, wobei der Betrachter aktiv Teil einer zeremoniellen Erfahrung werden kann. Das KloHäuschen erinnert vom inhaltlichen Ansatz her an gallery F. Ein spezieller Ort, der das künstlerische Experiment herausfordert. Ein funktionaler (profaner) Ort, gebunden an die Geschichte eines Pissoirs wird in etwas grundsätzlich Neues verwandelt - ein Metapher für Transformation.