Der Interrelationale Raum
oder
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Ein berühmter Künstler namens B. schloss sich einmal zusammen mit einem Kojoten in eine Kunstgalerie, um die archaische Beziehung zwischen dem Menschen und der instinkthaften Urwelt (metaphorisch repräsentiert durch den Kojoten) zu erforschen. Bei Johanna G. Eders Projekt Der interrelationale Raum gibt es keinen Kojoten. Und das KloHäuschen ist keine Kunstgalerie. Hier erforscht die Künstlerin die wechselseitige Beziehung zwischen dem KloHäuschen und sich selbst – zwischen dem Raum und seinem Bewohner. Deshalb zieht sie in Phase 1 für vier Tage ins KloHäuschen und bewohnt es als ihr privates Zuhause. Was macht ein Bewohner mit dem Raum? Was macht der Raum mit einem Bewohner? Wem begegnet man dabei? Und wie gestaltet sich diese Beziehung? Durch welche Metaphern, Projektionen, Gefühle und Rituale? Mit Mitteln der ästhetischen Forschung wie Feldforschung und teilnehmender Beobachtung dokumentiert und reflektiert Johanna G. Eder diese performative Selbsterfahrung.
 
Deren Spuren werden in Phase 2 (Spurenraum) sichtbar und machen das KloHäuschen für eine Zeit zu einem ganz eigentümlich geprägten Raum zwischen Privatheit und Öffentlichkeit.
 
In Phase 3 wird schließlich das Archiv „Der interrelationale Raum“ in Form von Beobachtungen, Notizen und Reflexionen zugänglich gemacht.
 
Bereits in anderen performativen Projekten im öffentlichen Raum arbeitete Johanna G. Eder in den letzten Jahren nach Methoden der Ästhetischen Forschung zum Thema der Interrelationalität – u.a. 2008 in Paris „relational space“, 2011 mit Julia Dick und Pascale Ruppel in Olmütz „Die Stadt, die fremde, ist mein Zuhause“, 2014 „Psychogramm Thessaloniki“, 2015 mit Carolin Wenzel im Rahmen der „Loko Kunst-Tanke“ im KloHäuschen.